Projekt 52: Mai

Woche 18, Buch 16: Jochen von Michael Gantenberg
Ein Hase, der die Welt erklärt image
Jochen ist ein Hase, aber ein besonderer Hase: Er kann nämlich lesen und hat sich ganz viel Wissen über die Welt und die Menschen angelesen. Und weil er dabei merkt, wie falsch die Menschen alles machen, will er die Welt verändern. Dazu sucht er sich menschliche Freunde, die ihm dabei helfen, ein Video hochzuladen, in dem er erklärt, dass er die Welt verbessern will, weil er als Hase den Menschen genau erklären kann, was sie falsch machen.
Er wird über Nacht eine Internet-Sensation, dann werden die klassischen Medien und schließlich die Bundesregierung auf ihn aufmerksam. Er wird als der neue Lifestyle-Guru hofiert, es lernt allerdings auch die Schattenseiten seines neuen Ruhms kennen. Im Endeffekt ist das Buch eine Gesellschaftskritik, der Hase zeigt nicht nur den Menschen im Buch, was sie falsch machen, durch sein Eintreten in ihre Welt wird auch der davon eingenommen und zeigt damit dem Leser, was alles in der Gesellschaft schief läuft. Hat mir gefallen.

Woche 18, Buch 17: Nick & Norah’s Infinite Playlist von Rachel Cohn und David Levithan
Soundtrack einer Nacht Foto
Nick und Norah lernen sich auf einem Konzert kennen, als er sie fragt, ob sie mal kurz seine Freundin spielen kann. Die ach so tolle Exfreundin ist nämlich da und er muss sie ja eifersüchtig machen. Die interessiert das allerdings wenig, Nick und Norah kommen aber die ganze Nacht nicht mehr so richtig voneinander los und erleben dabei ziemlich viel. Nervige Freunde, Eifersucht, Exfreunde-Chaos, Konzerte, Essen, alles im nie schlafenden New York.

Die Geschichte ist so aufgebaut, dass immer abwechselnd aus Nicks und Norahs Sicht erzählt wird, dabei schreibt David Levithan “Nick” und Rachel Cohn “Norah”. Das ist eine schöne Idee, finde ich. Ansonsten ist das Buch wohl richtig gut, wenn man New York kennt und ein bisschen mehr Musik-Kenntnisse hat als ich (schon wieder so ein Buch!), aber auch so fand ich es schön. Nett. Na gut, ein bisschen mehr als nett.

Woche 19, Buch 18: Death in Disguise von Caroline Graham
Inspector Barnaby! IMG_6348
Erst ein Unfall, dann ein Mord und dann noch ein paar mehr Kriminalfälle in dem Haus einer New Age-Gemeinde, Inspector Barnaby und DS Troy müssen ermitteln. Dabei wird schnell klar, dass bei dem Haufen komischer Leute längst nicht alles so ist, wie es scheint. Und es ist auch nicht jeder der, der er vorgibt zu sein.

Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht von dem Buch. Ich liebe die Barnaby-Filme und habe nur gutes über die Bücher gelesen. Das hier fand ich aber eher schräg. Viel zu viel hinten rum und wie Barnaby ermittelt ist noch mehr an den Haaren herbeigezogen wie in einigen anderen Fällen. Außerdem werden gar nicht alle Handlungsstränge aufgeklärt. Oder ich hab irgendwas überlesen. Außerdem ist es wohl nicht sinnvoll, die Bücher zu lesen, wenn man die Serie und die Hintergrundgeschichten der Detectives kennt. Im Buch ist nämlich alles anders, das hat mich furchtbar verwirrt. Vielleicht fand ich das Buch deshalb auch so wirr? Ich werde noch mal nen Versuch mit einem anderen Fall machen und dann berichten.

Woche 19, Buch 19: Lockruf des Glücks von Sandra Brown
Kitsch pur! image
Megan Lambert ist für die Anzeigenkunden einer großen Radiostation verantwortlich und wird irgendwann vom Big Boss einer Anzeigenfirma besucht, der ihr einen lukrativen neuen Job anbietet. Den will sie aber gar nicht haben, weil sie mit diesem Mann, Josh, nichts zu tun haben will, der ist nämlich böse, weil er sie man verführt hat. Zähneknirschen nimmt sie den Job doch an, mit dem Gedanken, sich irgendwann zu rächen. Dieser Rachegedanke bleibt auch, als die beiden längst was miteinander angefangen haben und es wird dramatisch. Oh oh.

Hui. Ich hab vor langer Zeit mal was von Sandra Brown gelesen und fand es ganz gut. Dieses Buch hier ist allerdings wirklich ziemlich flach. Kaum Story, simpelst geschrieben. Allenfalls als Strandlektüre geeignet.

Woche 19, Buch 20: Die unglaubliche Reise des Smithy Ide von Ron McLarty
Ein Roadtrip der besonderen Art image
Der übergewichtige, alkohol- und nikotinsüchtige Smithy Ide verliert nicht nur durch einen Autounfall beide Eltern, er erfährt auch noch, dass seine lange verschollene Schwester gestorben ist. Um ihren Leichnam in LA abzuholen, setzt er sich auf sein altes Fahrrad und fährt los, von Rhode Island aus quer durch die USA. Dabei lernt er nicht nur viele interessante Menschen kennen, sondern auch sich selbst ein bisschen besser.

Ron McLartys Buch konnte erst gedruckt werden, nachdem Stephen King ein gutes Wort für ihn eingelegt hatte. Der hatte den online veröffentlichten Roman gelesen und konnte nicht verstehen, warum solch ein Juwel von mehreren Verlagen abgelehnt wurde. Die Geschichte erzählt von einem gescheiterten Mann in den mittleren Jahren, der auf seiner Reise zu seiner Schwester rückblickend stückchenweise erzählt, wie es dazu gekommen ist, dass seine Schwester immer wieder verschwand und welche Auswirkungen das auf ihn und seine Familie hatte. Ein wunderschönes Buch, traurig, spannend und komisch zugleich.

Woche 20, Buch 21: Inferno von Dan Brown
Der 4. Fall für Professor Langdon image
Mal wieder gibt es eine verrückte Verschwörung und ein irrer Mensch will die Welt zerstören. Diesmal geht es um die Überbevölkerung, die durch einen Killervirus beseitigt werden soll. Langdon wird von der WHO um Hilfe gebeten, weil der Bösewicht seine Drohung mit einem Gemälde nach Dantes Inferno illustriert hat – und der gute Professor ist auch ein Dante-Experte. An seiner Seite hat er eine Neue, eine hübsche, hochintelligente junge Ärztin.

Ja nu. Der Verlauf der Geschichte ist den Vorgängern sehr ähnlich – nur der Gedächtnisverlust Langdons kommt als kleines Bonbon hinzu. Ansonsten gibt es Städtetouren durch Florenz, Venedig und -huch- Istanbul. Mit allerlei spannenden Infos über die Sehenswürdigkeiten der verschiedenen Orte, ihre Geschichte, sowie Überbevölkerung, Virenforschung und Verschwörunsgedöns. Das liest sich leider ziemlich zäh, nur das Ende läuft zügig durch, allerdings hier auch wieder mit haarsträubenden Wendungen. Danke, ich glaube, ich habe erst mal genug von Dan Brown.
Ach so, falls es jemand doch lesen will: Die US-Version ist deutlich günstiger als die deutsche Übersetzung.

Woche 20, Buch 22: Kalt geht der Wind von Oliver Welter und Michael Gantenberg
Ein Sauerlandkrimi! Kalt geht der Wind
Inka Luhmann hat gerade erst ihre neue Stelle als Komissarin im tiefsten Sauerland angefangen und schon taucht eine Leiche auf. Und weil das für das verschlafene Städtchen noch nicht genug Aufregung ist, wurden der Leiche auch noch Mund, Ohren und Augen zugenäht und kurze Zeit später taucht eine ähnlich zugerichtete Leiche auf. Inka Luhmann hat also einen Fall zu lösen. Und gleichzeitig muss sie sich noch damit herumschlagen, dass es in der Familie drunter und drüber läuft, weil ihr Mann noch ein bisschen Zeit braucht, um sich ins das Hausmannleben einzufinden.

Ein richtig gutes Buch, das Krimi mit Familie und Regionalgedöns verbinet. Die Komissare sind alle sehr spannend charakterisiert und man fiebert direkt mit Inka und ihrem Mann mit. Die Sprache ist super zu lesen, mit einer guten Portion Humor. Bitte noch mehr Bücher mit Inka Luhmann!

Woche 20, Buch 23: Die Entdeckung der Langsamkeit von Sten Nadolny
Ein Roman zum ganz viel NachdenkenLangsamkeit
John Franklin war schon als Kind langsamer als die anderen und hielt deshalb immer das Seil beim Seilspringen fest. Das konnte er nämlich gut. In der Schule findet er schließlich einen Lehrer, der seine Langsamkeit nicht als Nachteil ansieht und der ihn ein bisschen fördert. Sein Wunsch ist es, zur See zu gehen, was er schließlich auch tut. Zunächst im Krieg, mit traumatischen Erfahrungen, schließlich auf Expeditionsreisen, später leitet er selbst auch eine Reise zum Nordpol.

Das Buch ist wunderschön. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich hereinzufinden, weil ich den Anfang etwas zäh fand, aber später konnte ich es gar nicht mehr weglegen. Die Geschichte eines Menschen, der in der immer hektischer werdenden Welt ein richtig komischer Kauz ist und nicht trotz, sondern wegen seiner Langsamkeit ein wichtiger Mann wird, ist richtig berührend. Und die Gedanken Franklins über seine Langsamkeit regen zum Nachdenken an. Absolute Leseempfehlung!

Woche 21, Buch 24: Billy & Me von Giovanna Fletcher
Billy
Sophie, ein schüchternes junges Mädchen, arbeitet im Teeladen eines kleinen Dorfs, wo sie Billy kennenlernt, den Schauspieler und Teenieschwarm, der in einer neuen Verfilmung von Pride and Prejudice mitspielt. Die beiden verlieben sich, ziehen nach London, es gibt Probleme, sie hat sowieso Probleme, die sie mit sich rumschleppt, und so weiter.

Hm. Also, erstens: Ich wollte dieses Buch unbedingt ganz furchtbar toll finden, weil ich Giovanna Fletcher so unglaublich sympathisch finde. Und die Geschichte ist auch wirklich gut. Aber es geht alles so schnell! Ich hätte gerne so viel mehr geleses, noch mehr erfahren über Sophie und Billy und die Leute um sie herum. Das Ende war allerdings klasse. Ich würde das Buch also doch weiterempfehlen. Es ist ein bisschen Mädchenkramkitsch, aber erfrischend geschrieben und mit einem sinnvollen Ende.
Aber vielleicht sollte man noch auf die nächsten Ausgaben warten. Das Lektorat hat mich echt genervt, ständig Sätze mit falschem Ende, Wörter doppelt oder fehlend etc. Das geht besser!

Woche 21, Buch 25: The Perks of Being a Wallflower von Stephen Chobsky
Wallflower
Der Roman handelt von Charlie, einem schüchternem, zurückgezogenen Jungen – ein Mauerblümchen eben – der einem unbekannten Menschen Briefe schreibt, in denen er sein Leben schildert. Er kommt gerade auf die High School, nachdem sein bester Freund kurz zuvor Selbstmord begangen hat, findet dort nach und nach einige Freunde, verliebt sich zum ersten Mal, hat die erste Freundin etc. Am Ende überwindet er ein lange aufgestautes Kindheitstrauma.

Ich mag Geschichten, die in Briefen erzählt sind. Man ist näher an der Figur dran, bekommt sinnvoll mehr vom Innenleben mit, was für diesen Roman sehr wichtig ist. Der Stil ist dementsprechend sehr einfach, kindlich, aber trotzdem packend. Sehr tolles Buch!

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One thought on “Projekt 52: Mai

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