Projekt 52: Januar

Woche 1 (und 2), Buch 1: High Fidelity von Nick Hornby.
Rob, der einen eher schlecht laufenden Plattenladen hat, wurde High Fidelitygerade von Laura verlassen (unter anderem weil er sie betrogen hat, während sie schwanger war), findet das aber erst mal gar nicht so schlimm, er hat schon schlimmere Trennungen hinter sich. Laura schafft es nicht mal in die Top Five. Also die Top Five der schlimmsten Trennungen. Ansonsten macht er generell viele Top Fives. Die besten Songs zum Thema xy z.B. Aber auch Toplisten, die nix mit Musik zu tun haben. Auch wenn eigentlich alles mit Musik zu tun hat. Frauen auch, die dürfen nämlich um Himmels willen nicht Simple Minds und Tina Turner hören. Irgendwann geht es dann doch nicht mehr ohne Laura, da hat sie aber schon einen Neuen, der aber auch irgendwie nix ist.

Ein wirklich tolles Buch. Schön zu lesen, weil es einen sehr einfachen Stil hat, gleichzeitig aber zum Nachdenken über das Leben, Beziehungen und Musik anregt. Die nächsten Bücher von Nick Hornby sind schon auf dem Wunschzettel vermerkt! Übrigens: Wer Soloalbum mochte, wird High Fidelity lieben!

Woche 2 (und 3), Buch 2: American Psycho von Bret Easton EllisIMG_5808
Patrick Bateman hat durch reiche Eltern eh schon Geld, vermehrt das aber noch durch einen Wall Street Job. Seine Freizeit verbringt er mit diversen Kollegen und weiblichen Bekanntschaften in den neuesten, teuersten Restaurants und Clubs von New York mit J&B on the rocks und ner Line Coke. Wenn er keine Lust auf eine Verabredung hat, lässt er die Frau einfach sitzen oder sagt ab mit der Begründung, dass er noch Videos zurückgeben muss. Außerdem guckt er jeden Morgen die Patty Winters Show und denkt meistens darüber nach, wenn ihn ein Gespräch langweilt. Die Tatsache, dass er ein psychopathischer Killer ist, lässt er immer mal wieder in Gespräche einfließen, aber seine Gegenüber hören ihm genau so wenig zu wie er ihnen. Sein Anwalt, dem er seine ganzen Taten auf dem Anrufbeantworter beichtet, tut dies als lustigen Scherz ab.

Gleich in der 2. Woche ein Buch, das ich am liebsten nach 50 Seiten weggelegt hätte. Endlose Beschreibungen der Wohnung, seiner Morgenrituale (welcher Shampoo, warum, wegen welcher Inhaltsstoffe) und der Outfits von sich und seinen Bekannten, zum Einschlafen. Ja, der Roman gehört zur Popkultur (das Buch stammt aus dem “Pop!”-Seminar, wie auch High Fidelity und Soloalbum), also ist das ganze als Gesellschaftskritik gedacht. Oberflächlichkeit und so. Aber das macht das Lesen nicht angenehmer! Nach ungefähr der Hälfte des Buchs wechseln sich die Beschreibungen seines Umfelds dann mit der Beschreibung seiner Taten ab. Dass das Buch mehrere Jahre lang auf dem Index stand, finde ich sehr verständlich. Mir war wirklich schlecht bei der Beschreibung des Folterns und Ermodens der beiden Escort-Mädchen. Bret Easton Ellis wird definitiv in der nächsten Zeit nicht mehr gelesen.

Woche 3, Buch 3: Jeff Koons von Rainald Goetz
Äh ja. Inhalt? Also Jeff Koons ist ein Künstler, der wohl auch zur IMG_5811Popkultur gehört (ja, wir befinden uns immer noch bei den Seminar-Lektüren). Und der hat eine Made In Heaven-Reihe gemacht, in der er sich und seine damalige Freundin als Adam und Eva darstellte, das ganze ziemlich nackt. Das Stück von Goetz geht allerdings außer im Titel nicht auf Koons ein, es sind einzelne Dialog(?)-Fetzen, Szenenausschnitte, die sich um einen Künstler und die Entstehung eines Kunstwerks drehen. Hier in der Zeit steht übrigens irgendwas zu dem Stück.

War mir zu hoch. Glaub ich. Ging aber furchbar schnell zu lesen, weil die meisten Szenen in Versform geschrieben sind, mit 3 Wörtern pro Vers. Das passte grad gut in die Woche, in der ja noch schnell ein Buch gelesen werden musste. Am Dienstag ist die Seminarsitzung, die sich mit diesem Buch beschäftigt. Vielleicht bin ich danach schlauer.

Woche 4, Buch 4: Der Augensammler von Sebastian Fitzek
Yeah, schon wieder so ein Psychodings! Aber diesmal in gut.IMG_5805
Der Reporter Alexander Zorbach berichtet über den Fall des Augensammlers, ein Psychopath, der Mütter tötet und Kinder entführt. Die Mütter haben eine Stoppuhr in der Hand, die die Zeit anzeigt, wie lange bleibt, bis das Kind auch getötet wird. Alexander trifft auf eine hellsehende Psychotherapeutin, die vorgibt, in der Erinnerung des Killers gewesen zu sein. Nun beginnt die Suche nach dem Ort, an dem das aktuell entführte Kind versteckt gehalten wird.
Am Ende ist natürlich doch alles irgendwie anders, wie das bei Psychothrillern halt so ist.

Super. Wirklich fesselndes Buch, das man am liebsten ganz schnell verschlingt. Und am besten nicht abends allein zuhause.

Woche 5, Buch 5: First Impressions von Nora Roberts
Nach dem ganzen Psychokram brauchte ich noch mal was leichtes.IMG_5807
Für alle, die Nora Roberts schon mal gelesen haben, überspringt diesen Absatz einfach. Für alle anderen: Typischer Nora Roberts-Roman: Sie trifft Ihn, sie passen überhaupt nicht zusammen, aber es ist irgendwie Liebe auf den ersten Blick. Nach ein bisschen dagegen ankämpfen kommen sie dann zusammen, gestehen sich ihre Liebe, alles wunderbar. Kurz vor dem Heiratsantrag passiert dann plötzlich etwas, was alles in Frage stellt, am Ende wird doch alles gut.
In diesem konkreten Buch: Sie ist ein Mädchen vom Land, ganz eigenständig, plant gerade ihren eigenen Laden. Er ist stinkreich und wurde von der Ex-Frau bitter enttäuscht, weil sie nur auf sein Geld aus war. Von Frauen will er deshalb wirklich so gar nichts wissen und er zieht aufs Land, um dort ein neugekauftes Haus zu renovieren. Sie hält ihn für arbeitslos, bietet ihm einen Job an, natürlich hat sie eine total verrückte Mutter, die dann alles zerstören will, yadda yadda, das furchtbar überraschende Ende verrate ich nicht.

Alles in allem ein nettes Buch für zwischendurch. Nora Roberts kann aber durchaus interessanter schreiben.

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