Dorfleben

Donnerstagnachmittag in einem kleinen Fitnessstudio am Rande von Köln.

– “Wie alt ist dein Sohn jetzt eigentlich?”
(Huch, mit wem redest du? Ach so, mit mir. Häh?)
– “6 ist er jetzt”
– “Ach, na sowas, wirklich?”
(Nee, ich hab gelogen. Dämliche Frage. Wer bist du überhaupt?)
– “Ja, die Zeit vergeht ganz schön schnell. Im Sommer kommt er schon in die Schule…”
(Orrr. “Die Zeit vergeht ganz schön schnell. Dämliche Antwort. Trotzdem: Woher zur Hölle kenne ich dich?)
– “Oh wie schön, da freut er sich ja sicher!”
(Er steht neben mir. Und kann reden. Krass für nen Sechsjährigen, wa?)
– “Ja, allerdings, ne?”
*genuscheltes Ja vom Kleinen*
– “Und was machst du jetzt?”
– “Äh. Ich studiere.”
(Und du so? Wer bist du?)
– “Ach, wirklich???”
(Was? Ist das so unglaublich? Muss ich beleidigt sein?)
– “Ja, auf Lehramt.”
– “Ach, echt???”
(Voll außergewöhnlich, so ein Lehramtsstudiengang.)
– “Ja.”
(Tolles Gespräch)
– “Hier in Köln???”
– “Ja”
(Ich weiß immer noch nicht, wer du bist.)
– “Ach, wie schön. Na dann alles Gute!”
– “Danke, gleichfalls!”
(Bloß nicht direkt anreden, wer weiß, ich dich duzen sollte. Wer bist du und woher kennst du mich?)
– “Und schöne Grüße an die Mama”
– “Ja, werd ich ausrichten!”
(Wer bist du? Warum kennen mich so viele Leute, die ich nicht kenne? Ach egal, hauptsache freundlich lächeln.)

Du, Mama, da war irgendso ne Frau im Fitnessstudio. Ich habe KEINE Ahnung, wer das ist. Aber sie scheint uns wohl zu kennen. Ich soll schön grüßen.

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