Planungswochenende-Geblogge

Ein typisches Wochenende im November. Naja okay, alljährlich das letzte Wochenende vor der Adventszeit. Planungen der Leiterrunde fürs nächste Jahr. Und weil es so lustig ist, hab ich mal für euch mitgeschrieben. Naja eigentlich eher, damit ich was zu tun hab, wenn ich mein Handy nicht benutzen darf.

Freitag, 18. November
16 Uhr
Abfahrt in Köln. Keine große Lust. Auto überladen. Kann losgehen.

18 Uhr
Ankunft in … hm. Keine Ahnung, wo wir sind. Irgendwo im Bergischen. Neben einer Skischanze!!! Mein Handy zeigt mir ein großes E, die Einstellungen sagen, dass kein WLAN-Netzwerk in der Nähe ist. Schöne Scheiße.

21 Uhr
Wir machen pädagogisch wertvolle Spiele. Oh yeah, ich hab ja auch kein Pädagogikseminar dieses Semester, da fehlt mir ja glatt was!

22 Uhr
War eigentlich ganz lustig. Wir haben Land bebaut. In verschiedenen Gruppen, mit verschiedenen Planungstreffen. Keine Ahnung, wie das Spiel heißt, vielleicht kennt es ja irgendwer von euch. Der Kleine hat mitgeholfen, weil er nicht schlafen konnte. Wie verwunderlich, man sollte doch eigentlich toll einschlafen können, wenn auf dem Gang vorm Schlafzimmer Leute rumrennen.

Samstag, 19. November
2 Uhr
Nach ein bisschen Sekt und Wein, vielen Chips und ganz viel Outburst geh ich mal ins Bett. Die anderen legen wohl noch ne Saunarunde ein. Das ist aber jetzt nicht so ganz was für mich. Da hab ich doch glatt mal meinen Bikini zuhause vergessen.
Irgendwann nachts haben wir noch Besuch von irgendwem, der betrunken ist. Ganz toll.

9 Uhr
Fertig mit dem Frühstück. Mein 2. Brötchen esse ich nicht auf. Da ist nämlich Zwieback weicher.
Mein Brüderchen verkündet, dass gleich zu den Sitzungen alle ihre Handys vorne hinlegen müssen. Weil man dann produktiver ist.
Diese Noobs.
Ich könnte den Rest des Tages darüber herziehen, dass Leute, die sowas sagen, keine Ahnung haben. Aber das bringt ja nix.

10 Uhr
Los geht’s. Mein Handy liegt vorne. Lautlos. Wäre eigentlich lustig, es laut zu lassen und bei jedem Ton zu kommentieren, ob das ne Mail, ein Tweet, ne SMS, ne Push-Nachricht vom FC oder sonstwas ist.
Nach 2 Minuten werde ich angemotzt, weil ich in dem KjG-Kalender lese. Weil wir zuhören sollen. Klappe den Kalender zu und mein MacBook auf.
Gibt es Frauen, die nicht fähig zum Multitasking sind? Anders lässt sich dieses Gemecker nämlich nicht erklären.

Ich bin übrigens nicht multitaskingfähig, sondern multitaskingbenötigend. Klingt komisch, ist aber so. Ich hasse es, irgendwem nur zuzuhören. Ich muss irgendwas tun dabei.

Der Pater neben mir switcht in seinem Kalender auf seinem Laptop rum. Und ist fasziniert davon, dass ich so schnell tippe. Und lässt sich ziemlich leicht davon überzeugen, dass Macs besser sind.
Außerdem lässt er seinen Laptop ungesperrt im Raum stehen. Komische Menschen hier.

Es werden Malbögen ausgeteilt! Für alle, die sich besser konzentrieren können, wenn sie nebenbei was tun. Ich bin begeistert! Naja, jedenfalls ein bisschen. Noch begeisterter wäre ich, wenn ich das fotografieren und twittern könnte.

11 Uhr
Wir sollten aufschreiben, warum wir dabei sind, ob es uns Spaß macht und woran es liegt, wenn wir nicht gerne bei Planungen mithelfen. Schreibe auf den Zettel, dass es manchmal daran liegt, dass ich nicht alle hier leiden kann. Die Zettel werden jetzt aufgehängt. Das hab ich nicht mitbekommen. Ohne Handy unaufmerksam. Na sowas.

Während die Zettel aufgehängt werden, sitzen wir alle vor unseren Malbögen, malen konzentriert Bäume, Haustüren und Kindergesichter aus und singen dabei die Abba-Lieder mit, die grad aus den blechernen Boxen eines überdimensionierten Laptops plärren. Hach!

12 Uhr
Planungen für das nächste Jahr. Man vergleicht die Gefährlichkeit von Kanufahren mit Hochseilgarten. Es wird erklärt, wie man beim Hochseilgarten gesichert wird. Der mit dem Kanu-Vorschlag pampt rum und behauptet, das kann gar nicht gefährlich sein. Die Diskussionskultur hat Kirmes.
Lieblingsargument: „Das hatten wir in den letzten Jahren schon immer vorgeschlagen gehabt [sic! Wie nennt man diese Zeitform eigentlich?], aber dann haben wir das nie gemacht“ als Begründung dafür, dass es nicht gemacht werden soll.
Zweites Lieblingsargument: „Das machen die Escher aber auch, deshalb können wir das auch machen.“

15 Uhr
Gleich hinter dem Haus sind Skisprungschanzen, die gucken wir uns mal an. Die Jungs und Mädels bügeln ihre Skier. Oder wohl eher das Wachs auf den Skiern. Und dann springen sie. Ganz schön cool, mittendrin zu stehen.
Aber das wär ja nix für mich, so ständig Berge hochlaufen.

Zurück im Zimmer, es plingt, ich gucke aufs Handy, der FC schreibt, dass das Spiel abgesagt ist. Häh? Twitter lädt nicht vernünftig, erklärt dann aber, dass der Schiri nen Selbstmordversuch gemacht hat. Komische Sache.
Aber wir planen jetzt erst mal weiter. Mit Gemecker, wenn sich nicht sofort für alles wer findet. Bin wie immer genervt vom Ton der Diskussion.

Der Pater hat mich Vero genannt. Mal wieder. Mein Sohn nennt ihn jetzt Lorenzia. Strafe muss sein.

18 Uhr
Hab mit dem Kleinen ne kleine Tour gemacht. In die Stadt. Ewig lang an der Landstraße entlang. Am Friedhof vorbei. Und ich fand das gar nicht unheimlich, nein. Also wirklich nicht. Boah, was war ich froh als wir in der Stadt waren und nicht mehr so tun musste, als hätte ich keine Angst…

Im CaféBistro Modena läuft Fußball im Fernsehen, die Kellnerin sieht aus wie ne russische Pornodarstellerin, es sitzen ziemlich viele Jugendliche rum und trinken Alkohol. Und rauchen. Die Kellnerin fragt, ob wir zusammen bezahlen wollen. Ich hätte „nee, das geht getrennt“ sagen sollen. Weiß nicht, wie sie darauf reagiert hätte.

Wieder zurück im Gästehaus ist Abendessen angesagt. Der Kleine gewinnt gegen 5 im Schnick-Schnack-Schnuck darum, welcher Tisch als erstes Essen holen darf. In der letzten Runde sticht der den Patenonkel aus. Mit ner Pistole. Ich glaube, es sollte ne Schere werden, aber so ne Pistole ist natürlich ziemlich unbesiegbar. Ich bin heute extrem geruchsempfindlich und mein Gegenüber isst Fisch. Uäh.

Ach so, ich hab meinen Malbogen fertig! Und was mach ich jetzt?

21 Uhr
Huch, Programm für heute schon fertig!
Jetzt muss ich erst mal den Kleinen ins Bett schubsen, der will nämlich schon wieder nicht.
Und dann muss ich Frisuren am Schwesterchen ausprobieren. Da die aber zu dünne Haare hat, muss ich mich selbst als Versuchsobjekt nehmen. Klappt so mittelgut und jetzt tun meine Arme weh.

22 Uhr
Wir wollten Caipi machen. Aber es gab keine Limetten. Also wird der Caipi mit Orangen und Zitronen gemacht. Da wir auch kein Eis haben, ist der erste Versuch etwas Pitu-lastig. Aber schmeckt. Mit ein bisschen Wasser sogar echt gut!
Und wenn ich was fitter wäre, dann würde ich noch mehr trinken und nicht jetzt ins Bett gehen. Aber egal, lassen wir mal die Nachwuchsgeneration feiern…

Sonntag, 19. November
10 Uhr
Sitze auf dem abgezogenen Bett und kämpfe mit dem iPhone. Also eigentlich mit dem Handynetz. Freue mich schon darauf, gleich nicht mehr am Ende der Welt festzusitzen.
In den Nebenzimmern wird auch gepackt. Mein Brüderchen macht sich darüber lustig, dass einer der Jungs drei Jeans für zwei Tage eingepackt hat. Wie bitte!? Ich hab nur deshalb überhaupt ne Jeans eingepackt, weil auf der von Freitag schon mittags ein Kaffeefleck war. Diese Jugend von heutzutage…

11 Uhr
Für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Plusquamperfekt!!!
Jaja, ich diene bei der Christmette mit, natürlich. Ach übrigens, dieses Jahr singt der wundervolle Gospelchor mit den ganzen netten Menschen, die überhaupt nicht von sich selbst eingenommen sind und voll gut singen können. Ich merke kurz an, dass ich dann wohl doch nicht in die Messe kommen werde.

„Schick mal nen Plan rum“ – „Mach doch ne Doodle-Umfrage“ – „Nee, jetzt hier nen Plan rumgeben. So mit Papier und Stift, ganz altmodisch…“

13 Uhr
Gruppenfoto auf der Treppe der Schanze. Und Fotos vom Schanzentisch. Und von Leuten auf dem Schanzentisch. Ziemlich lustig, das ganze.

16 Uhr
Wieder zurück in Köln. Abschluss-Revision war mal anders und gut. Kürzer. Ich hasse dieses Endlosgelaber.
Jetzt gucken wir noch Ratatouille und dann ist das Wochenende vorbei.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s