“Aber ich wollte doch nur eine Brezel haben!”

Ein Montag, der ohne Uni anfängt, sollte ja eigentlich ein Grund zum Feiern sein. Es sei denn, man darf stattdessen zum Kinderarzt, weil der Kleine gestern plötzlich mit Fieber auf Mamas Schoß eingeschlafen und vor Halsschmerzen weinend wieder aufgewacht ist. Die Nacht wurde mit Fieberzäpfchen- und Meditonsindoping überstanden, jetzt wollen wir wissen, was es ist. Auch, wenn die Schmerzen längst weniger und das Fieber fast weg ist, aber das kennt man ja auch nicht anders.

Eine Stunde später stehen wir wieder vor der Tür des Arztes. Alles nicht so schlimm, kleine Virusinfektion, machen kann man dagegen sowieso nichts, das Meditonsindoping dürfen wir weiterführen.
Und jetzt?
Kind: “Fahren wir vorher noch mal nach Hause?”
Ich: “Wie, vorher? Du gehst heute nicht mehr in den Kindergarten, du hast ja immer noch ein bisschen Fieber.”
Kind: “Also fahren wir gleich weiter?”
Ich: “Wohin weiter?”
Kind: “Ja in die Uni!”
Ich: “Ach so, nee, wir fahren heute nicht in die Uni, wir bleiben zuhause.”
Kind: “Aber wiesoooo???”
Ich: “Ähm. Weil du krank bist und weil ich heute einfach nicht in die Uni gehe, sondern wir es uns zuhause gemütlich machen.”
Kind: “Aber ich will in die Uni!”

Jetzt bin ich verwirrt. Er war schon öfters mit in der Uni, aber wirklich interessant fand er das da nie, war immer froh, wenn eine Vorlesung vorbei war und länger als eine Vorlesung lang war er auch noch nie mit. Ist die Krankheit doch ernster als angenommen? 😀

Ich: “Aber in der Uni ist es doch nicht sooo spannend. Und in den Kindergarten kannst du heute noch nicht.”
Kind: “Nein, für den Kindergarten bin ich noch viel zu krank, aber ich will in die Uni!”
Ich: “Hör mal, wir machen uns einfach einen ganz gemütlichen Tag zuhause und…”
Kind: “Aber ich wollte doch nur eine Brezel haben!”

Schon interessant, dass er sich von seinen Unierfahrungen nicht gemerkt hat, dass es stinklangweilig ist, 1 1/2 Stunden still zu sitzen und etwas zu hören, was man nicht versteht, sondern, dass wir auf dem Weg zur Uni immer eine Brezel für ihn kaufen, damit er wenigstens was zu tun hat am Anfang einer Vorlesung.

Jetzt sind wir zuhause, er guckt sich seine Fußballkarten an und ich schreibe diesen Blogeintrag. Danach habe ich ihm versprochen, dass wir noch eine kleine Einkaufstour ins nahegelegene Einkaufszentrum machen. Ich muss eh noch ein Buch kaufen.
Und da gibt es ein Backwerk. Das hat genau die Brezeln, die es auch am Rudolfplatz auf dem Weg zur Uni gibt… 😉

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